Grießklößchen

Vier Grießklößchen in einem Teller mit Hühnerbrühe angerichtet, mit Schnittlauch bestreut
Unverwüstlicher Klassiker der Alltagsküche: Grießklößchen

Wenn Sie sich – egal wo – in die Fußgängerzone stellen und so lange Passanten nach ihrem Lieblingsgericht fragen, bis einer Grießklößchen sagt, werden Sie die Fußgängerzone in diesem Leben nicht mehr verlassen. Für ein Lieblingsgericht fallen die Dinger eindeutig zu unspektakulär aus, gleichwohl sind sie seit Jahr und Tag immer und überall da und trotzen unverwüstlich allen Moden. Wann und wo Grießklößchen entstanden sind, lässt sich nicht mehr zuverlässig nachverfolgen. Deutschlandweit werden sie in vielen Regionalküchen eingemeindet, als Grießnockerln von der Wiener Küche reklamiert und in Frankreich unter dem Namen noque de semoule als elsässische Spezialität angepriesen. Nennen wir sie einfach großzügig paneuropäisch.

Zutaten und Zubereitung

Grießklößchen werden salzig oder süß zubereitet, von der geschmacklichen Ausprägung abgesehen ist die Knödelmasse in beiden Fällen dieselbe. Wenn Sie genügend Rezepte miteinander vergleichen, werden Ihnen zwei grundsätzlich verschiedene Methoden auffallen:

Bei Methode 1 wird zimmerwarme Butter mit Grieß und Ei vermengt, dann quillt die Masse einige Minuten auf, bevor die Klößchen geformt und pochiert werden.

Methode 2 läuft so ab, dass Sie Flüssigkeit (Milch oder Wasser) mit Butter erhitzen, Grieß einstreuen und den damit entstandenen Grießbrei so lange kochen, bis er zum festen, formbaren Batzen geworden ist. Den lassen Sie jetzt etwas abkühlen, dann rühren Sie das Ei unter und formen diese Masse zu Klößchen, die Sie wie gehabt pochieren.

Der Unterschied ist offenkundig: Bei Methode 1 nimmt der Grieß die Flüssigkeit erst beim Pochieren der Klößchen auf, deren Volumen sich demzufolge um ein Vielfaches vergrößert, während die Flüssigkeit mit Methode 2 bereits beim Herstellen der Masse in die Grießkörnchen dringt, weshalb die Klößchen beim Garen nur noch moderat größer werden. Beides funktioniert gleichermaßen gut, während ich mit der ersten Methode als Jungbursch allerdings mehrere Anläufe benötigte, bis ich den Bogen raushatte und man die Klößchen tatsächlich essen konnte, anstatt sie in den Müll zu kippen, kann mit der zweiten nichts schiefgehen. Ebenfalls angenehm ist, dass Sie die Größe der endgültigen Objekte sehr viel besser einschätzen können.

Gerichte mit Grießklößchen

  • Salzige Klößchen dürften in den allermeisten Fällen als Einlage klarer Suppen dienen. Entweder als Solisten oder als Teamplayer in Hochzeitssuppen, regional unterschiedlich zusammengesetzten Sammelsurien verschiedener Klößchen, Nocken, Bröckchen und Böppelchen in Brühe.
  • Die Klößchen eignen sich genauso gut als Beilage oder frugale Hauptmahlzeit – erhitzt in Salzwasser oder Brühe, durchgeschwenkt in Butter oder mit Käse im Ofen gratiniert.
  • Süß zubereitet finden sich die Klößchen gerne in warmen Fruchtsuppen (z. B. Holunderbeersuppe) oder Fruchtkaltschalen.
  • Ein schönes Dessert aus Österreich sind Mohnknödel, mit eingeweichten Dörrpflaumen gefüllte Grießknödel, die in einer Mischung aus Butter und Mohn gebraten und zum Schluss in Mohn gewälzt werden. Das Prinzip können Sie mühelos auf andere Geschmacksgeber wie Karamell, Nüsse, Zimt und vieles mehr übertragen.

Rezept~12–16 Klößchen

Grießklößchen

  • 250 ml Milch
  • 50 g Butter
  • 75 g Hartweizengrieß (alternativ Weichweizengrieß)
  • 1 Ei
  • Salz, Muskatnuss

Milch mit der Butter zum Kochen bringen.

Grieß einstreuen, Hitze reduzieren und Grieß unter dauerndem Rühren solange köcheln lassen, bis sich eine feste, zusammenhängende Masse bildet, die sich vom Topfboden löst. Einige Minuten abkühlen lassen.

Ei mit einem Holzlöffel unter die Masse mengen und solange rühren, bis die Masse wieder homogen und glatt ist.

Salzwasser in einem großzügig bemessenen Topf bis knapp untern Siedepunkt erhitzen. Mit zwei nassen Löffeln Nocken oder mit feuchten Händen Kugeln formen und 10 Minuten darin garziehen lassen.

Sie können die Klößchen ein bis zwei Tage im Voraus zubereiten und (vollständig) in leicht gesalzenem Wasser eingelegt im Kühlschrank lagern. Zum Erwärmen geben Sie sie einfach wieder einige Minuten in heißes Salzwasser oder Brühe.

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