Grießflammeri

Grießflammeri mit Orangenfilets, Zesten und Quittenkompott
Einfach und gut: Grießflammeri mit Orangen und Quitten

Das seltsame Wort Flammeri geht zurück aufs englische flummery, einen getreidebasierten Nachtisch, der in Großbritannien und Irland seit mindestens dem 17. Jahrhundert zubereitet wurde. Beim Grießflammeri ist der Bezug zum Getreide offenkundig, der Grieß stammt dabei normalerweise won Weizen oder Hartweizen. Die alternative Bezeichnung Grießpudding ist etwas ungenau, weil Puddings ursprünglich in Tücher eingewickelte und im Wasserbad gegarte Mehlspeisen waren. Seit die Lebensmittelindustrie dafür gesorgt hat, dass Pudding für die meisten Leute angerührtes Pulver mit Geschmack ist, brauchen wir uns mit solchen Haarspaltereien jedoch nicht mehr groß zu beschäftigen.

Zutaten und Zubereitung

Zeitgenössische Grießflammeris sind in der Regel kalt und werden gestürzt. Die Basis bildet in Milch oder einem Milch-Sahne-Gemisch gekochter Grieß, der mit einer luftigen Masse aufgelockert und anschließend gekühlt wird. Das Luftige ist für die Textur des Flammeris von entscheidender Bedeutung, um sie zu erreichen, gibt es zwei unterschiedliche Ansätze. Die klassische Methode arbeitet mit Eiern – das Eigelb wird mit dem Grießbrei vermischt, das Eiweiß zu Schnee geschlagen und untergehoben. Nachteilig daran ist, dass viele Menschen keine rohen Eier essen möchten. Für eine eierfreie Version kommt statt Eischnee geschlagene Sahne zum Einsatz und das Flammeri wird mit Gelatine stabilisiert, um die mangelnde Bindung der Eier auszugleichen. Auch ohne Probleme mit rohen Eiern schmeckt mir die Sahnevariante besser.

Dass die Zubereitung noch gezuckert wird, versteht sich von selbst. Nahezu immer mit dabei ist Vanille, wenn Sie außerdem noch Zitronen- und/oder Orangenschale in die Masse reiben, gerät die schlichte Grießspeise geradezu vornehm. Als Begleiter eignet sich praktisch das gesamte Obstwesen: frisch, als Kompott oder Püree, einheimische ebenso wie exotische Früchte.

Rezept

4 Förmchen à 150 ml

Grießflammeri, mit Sahne und Gelatine

  • 40 g Grieß (Hartweizen oder Weichweizen)
  • 200 ml Milch
  • 200 ml Sahne
  • 40 g Zucker
  • 10 g Vanillezucker, selbstgemacht
  • 4 Blatt Gelatine
  • geriebene Zitronenschale/Orangenschale nach Belieben

Gelatineblätter in reichlich kaltem Wasser einweichen.

Milch mit Zucker und Vanillezucker aufkochen. Grieß einrieseln lassen und 3 Minuten bei mäßiger Hitze kochen. Vom Herd ziehen und eine Minute abkühlen lassen.

Geriebene Zitronen-/Orangenschale unterrühren, die weichen Gelatineblätter gut ausdrücken und in die warme Milch-Grieß-Mischung rühren, bis sie vollständig aufgelöst sind. Masse in kalte (Metall-)Schüssel abfülen, um ihr Abkühlen zu beschleunigen.

Kurz bevor die Gelatine anzieht, Sahne nicht zu steif schlagen und vorsichtig unterheben.

Flammeri in kalt ausgespülte Förmchen gießen und mindestens 4 Stunden kühlen. Vor dem Stürzen den oberen Rand des Flammeris lösen und Förmchen kurz in heißes Wasser tauchen.

Wenn Sie das Grießflammeri nicht stürzen, sondern in Gläsen oder Schalen anrichten möchten, können Sie Gelatine auf 1 bis 2 Blätter reduzieren.

Rezept

4 Förmchen à 150 ml

Grießflammeri, mit Eiern

  • 60 g Grieß (Hartweizen oder Weichweizen)
  • 500 ml Milch
  • 40 g Zucker
  • 10 g Vanillezucker, selbstgemacht
  • 1 Ei, getrennt
  • geriebene Zitronenschale/Orangenschale nach Belieben
  • 1 Prise Salz

Milch mit Zucker und Vanillezucker aufkochen. Grieß einrieseln lassen und 3 Minuten bei mäßiger Hitze kochen. Vom Herd ziehen und eine Minute abkühlen lassen.

Geriebene Zitronen-/Orangenschale und das Eigelb in die warme Milch-Grieß-Mischung rühren.

Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und vorsichtig unterheben.

Flammeri in kalt ausgespülte Förmchen gießen und mindestens 4 Stunden kühlen. Vor dem Stürzen den oberen Rand des Flammeris lösen und Förmchen kurz in heißes Wasser tauchen.

Reduzieren Sie die Grießmenge auf 45–50 Gramm, falls Sie das Grießflammeri nicht stürzen, sondern als Creme im Glas anrichten möchten.

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