Piment

Piment (Pimenta dioica)
Nelken, Pfeffer, Muskat und Zimt – alles drin im Piment (Pimenta dioica)
  • EN pimento, allspice
  • FR piment, toute-épice
  • ES pimienta de Jamaica
  • IT pimento

Piment ist ein Gewürz, das aus den Früchten der Pflanze gleichen Namens (Pimenta dioica) gewonnen wird, die zur Familie der Myrtengewächse zählt. In ungemahlener Form sind es braune Kugeln mit einem Durchmesser von 3 bis 6 Millimetern, ihre Oberfläche ist aufgerauht und das Beerenartige klar zu erkennen.

Piment wird nicht ohne Grund mitunter Nelkenpfeffer genannt. Tatsächlich erinnert sein Aroma stark an Nelken, etwas weniger an Pfeffer, zusätzlich aber auch an Muskat und Zimt. Gelegentlich ist zu lesen, Piment hieße deswegen auch Allgewürz oder Viergewürz, ich zumindest habe das aber noch nie jemanden sagen gehört. Interessant in diesem Kontext ist, dass es in der französischen Küche die traditionelle Gewürzmischung quatre-épices (vier Gewürze) gibt, die aus genau den genannten Komponenten Nelken, Pfeffer, Muskat und Zimt besteht. Entweder bauten französische Köche das Aromenspektrum des Piments nach, oder die Natur liefert zufälligerweise aus einer Hand, was sich raffinierte Kochkünstler ausgedacht haben. Da beim Piment keine Versorgungsengpässe zu beobachten sind, spricht einiges für Möglichkeit zwei.

In der Küche

Ungeachtet aller Komplexität und Universalität zählt Piment in unseren Breiten mitnichten zu den alltäglichen Gewürzen. Vielen ist er gänzlich unbekannt, dazu kommt, dass ihm – ähnlich wie seinen Geschmacksverwandten Muskat, Zimt und Nelken – das Image des Weihnachtsgewürzes anhängt.

  • In der karibischen Küche, die von unserer Weihnachtsbäckerei weiter nicht entfernt sein könnte, zählt Piment zu den absoluten Standardgewürzen, insbesondere für Gegrilltes. Dasselbe gilt für viele orientalische Küchen.
  • Piment passt sehr gut in Beizen für Fleisch, etwa Sauerbraten und Wildgerichte.
  • Generell können Sie ihn für praktisch jedes Fleisch und Geflügel einsetzen, auch mit Fisch verträgt er sich gut.
  • Kohlgerichte, Hülsenfrüchte und ganz allgemein geschmortes oder gebackenes Gemüse kommen mit Piment sehr gut klar.
  • Genau wie Nelken eignet sich Piment in besonderem Maße für Fruchtzubereitungen aus Äpfeln, Birnen, Quitten, Aprikosen, Zwetschgen und Zitrusfrüchten.
Piment (Pimenta dioica) im Detail
Echte Charakterköpfe: Pimentfrüchte im Detail

Sie können Pimentkörner als Ganzes in Flüssigkeit mitkochen, sollten sie aber am Ende aus dem Essen nehmen. Besser und ergiebiger ist es, die Körner zu mörsern, die so weich sind, dass sie notfalls auch mit bloßen Fingern zerkleinert werden können. Kaufen Sie Piment lieber nicht gemahlen, weil seine Aromen nach dem Mahlen bald verfliegen.

Von allen Ähnlichkeiten die ausgeprägteste ist die mit Nelken – falls Ihnen aus irgendeinem Grund Nelken zu streng sind, versuchen Sie stattdessen Piment. Die Muskat- und Zimtnoten nehmen dem Nelkenartigen die Spitze und machen es gefälliger. Pfeffer scheint mir, abgesehen vom Formalen, der undeutlichste Bezugspunkt zu sein.

Wenig überraschend verträgt sich Piment wunderbar mit seinen drei geschmacklichen Cousins, darüber hinaus aber auch mit Kardamom, Knoblauch, Koriander und Thymian.

Herkunft

Der Pimentbaum ist in der Karibik, Mittel- und Südamerika heimisch. Dass Piment bei uns landete, zählt zu den bekanntermaßen vielfältigen Verdiensten Christoph Kolumbus’. Heutiges Hauptanbaugebiet ist Jamaika, das etwa zwei Drittel der weltweiten Piment-Produktion stemmt.

Kontext

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