Wedge Salad

Wedge Salad: Eisbergsalat-Viertel, Blauschimmelkäse-Dressing, Walnüsse, gebratener Speck, Kirschtomaten, Croutons
Klassiker der US-Alltagsküche: Wegde Salad

Falls Sie ein gleichgültiges oder gar ablehnendes Verhältnis zum Eisbergsalat pflegen, sollten Sie ihm mit Wedge Salad eine letzte Chance geben. Dafür werden die Köpfe in wedges (Keile) geschnitten, also geviertelt oder gesechstelt, mit einem kräftigen Dressing überzogen und mit allerlei Toppings belegt. Entstanden ist das Gericht in den USA, und obwohl es millionenfach zubereitet wurde, brüstet sich überraschenderweise niemand damit, es erfunden zu haben – als ob es einfach schon immer dagewesen wäre. Sicher, auch andere Kopfsalate lassen sich in Keile schneiden, das Ergebnis würde sich aber gravierend unterscheiden, weswegen Aufstieg und Fall des Wedge Salads parallel zur Entwicklung des Eisbergsalats verliefen. Letzterer geht zurück auf Vorläufervarietäten des Gartensalats, in der heute üblichen Form wurde er ab den späten 1940er-Jahren massiv kommerzialisiert. Sein Marktanteil erreichte bald über 90 Prozent aller in Nordamerika angebauten Kopfsalate und Wedge Salad wurde zum all-american salad schlechthin. Vernehmliches Genörgel an der bekanntermaßen geschmacksarmen Wasserbombe setzte erst in den 1970er-Jahren ein, seither gilt Eisbergsalat kritischen Teilen der Bevölkerung als »polyester of lettuce« und erlebte ein für seine Verhältnisse empfindliches Nachlassen der Begeisterung. Zwar wird sein Comeback periodisch beschworen, doch die besten Zeiten liegen wohl hinter ihm und dasselbe gilt für Wedge Salad.

Eisbergsalat doof zu finden ist naheliegend. Grüne Kugeln, oft in Folie verschweißt und in jedem Supermarkt ganzjährig in mächtigen Stapeln verfügbar – egal wie lange sie herumliegen, scheint ihnen kein Umwelteinfluss das Geringste anhaben zu können. Ideal aus Sicht des Händlers, dem jede Verderbnis den Umsatz schmälert, alles andere als ideal für Esser, die es nach Geschmack gelüstet, der den Köpfen leider in Gänze abgeht. Unschlagbar ist der Salat allerdings in Sachen Mundgefühl, seine für Blattgemüse einzigartige Knusprigkeit wirkt schon recht spektakulär und trug sicher maßgeblich zum Erfolg bei. Im Wedge Salad bildet er das strukturelle Grundgerüst, das Dressing bringt Aromen, Salz, Fett, Säure und nicht zuletzt Cremigkeit ins Spiel, während die Toppings vielfältige geschmackliche und texturelle Akzente setzen. Auch wenn der Beitrag des Eisbergsalats letztlich Effekthascherei ist, macht es großen Spaß, das Gericht zu essen.

Zutaten und Zubereitung

US-Amerikaner gelten in der Breite nicht unbedingt als Anhänger komplizierter Zubereitungen, insofern ist Wedge Salad selbst für Ängstliche leicht zu wuppen. Sein typisches Dressing besteht aus Blauschimmelkäse (Roquefort, Gorgonzola, Stilton etc.), der mit Mayonnaise, Sauerrahm und Buttermilch verrührt wird. Statt Buttermilch können Sie genauso gut Joghurt verwenden und falls Ihnen das Dressing nicht ausreichend säuerlich ist, geben Sie noch ein wenig Zitronensaft dazu.

Bei den Toppings können Sie sich nach Herzenslust austoben. Am populärsten sind knusprig gebratene Speckwürfel oder -streifen, Nüsse und Kerne aller Art, Tomaten, Croutons und Kräuter. Denken lassen sich ferner Gurken- oder Paprikawürfel, Staudensellerie, Kapern, Oliven, Äpfel – auch mit Thunfisch oder gebratenem Tofu hätte ich noch lange kein Problem. Geeignet ist alles, was das Zusammenspiel der Texturen bereichert und mit dem geschmacksprägenden Blauschimmelkäse zusammengeht, der ein erstaunlich offener Partner ist.

Rezept4 Personen

Wedge Salad

  • 1 Kopf Eisbergsalat

Dressing

  • 100 g Blauschimmelkäse, z. B. Roquefort, Gorgonzola oder Stilton
  • 100 g Mayonnaise (selber gemacht oder Delikatess-Mayonnaise aus dem Glas)
  • 100 g Sauerrahm
  • 100 g Buttermilch oder Joghurt
  • Salz, Pfeffer, Zitronensaft

Toppings

  • 50 g Walnusskerne (oder andere Nüsse)
  • 125 g geräucherter Bauchspeck
  • 1 helles Brötchen vom Vortag oder 4 Scheiben Toast
  • 250 g Cocktailtomaten
  • Kräuter nach Belieben, z. B. Schnittlauch
  • Butter zum Braten

Fürs Dressing Blauschimmelkäse mit einer Gabel zerdrücken und mit Mayonnaise, Sauerrahm sowie Buttermilch gründlich verrühren. Abschmecken mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft.

Cocktailtomaten je nach Größe halbieren oder vierteln, Kräuter fein schneiden.

Walnusskerne grob zerkleinern und in einer Pfanne ohne Fettzugabe anrösten, bis sie leicht bräunen und deutlich duften.

Brötchen bzw. Toastbrot entrinden und in 1 cm große Würfel schneiden. Würfel mit etwas Butter anbraten, bis sie goldbraun und knusprig sind.

Bauchspeck in feine Streifen oder Würfel schneiden und bei mittlerer Hitze knusprig braten.

Salatkopf von äußeren Blättern befreien, vierteln und Strunk entfernen. Salatviertel mit dem Keil nach oben auf Tellern anrichten, mit Dressing überziehen und den Toppings belegen.

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